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CarbonBudget – a data-driven tool for the building sector’s path to net zero

Die Baubranche verursacht rund ein Drittel der weltweiten CO2-Emissionen. Entsprechend groß ist die gesellschaftliche Verantwortung von Architekt*innen. Ihre Design-Entscheidungen bestimmen den CO2-Fußabdruck von Gebäuden – und damit deren Auswirkung auf das globale Klima. Um langfristig die ökologischen Belastungsgrenzen der Erde nicht zu überschreiten, muss sich die Branche wandeln. Orientierung gibt dabei das Pariser Abkommen, dessen Ziel es ist, die globale Erwärmung auf möglichst 1,5 °C gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. 

Vor diesem Hintergrund hat sich HENN die Frage gestellt: Wie lassen sich diese abstrakten Grenzen in konkrete Werte für einzelne Gebäude übersetzen? Anders formuliert: Welches CO2-Budget steht einem individuellen Architekturprojekt zur Verfügung?

Die Ermittlung von Emissionswerten über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes ist heute ein etabliertes Instrument. Die Ökobilanz (LCA) erfasst die für den Bau eingesetzten Materialien und Ressourcen, aber auch den anschließenden Betrieb und Rückbau. Um den errechneten CO2-Wert jedoch einzuordnen, fehlte bisher ein Bezugsrahmen. Ist der CO2-Fußabdruck hoch oder niedrig? Und welchen Einfluss hat die Nutzung dabei? Denn technikintensive Gebäude wie Krankenhäuser oder Labor benötigen naturgemäß mehr Energie als etwa Bürogebäude.

Um solche individuellen Obergrenzen für Bauprojekte zu berechnen und einen belastbaren Bezugsrahmen zu schaffen, hat unser Nachhaltigkeitsteam ein digitales Tool entwickelt. Anhand von wenigen Angaben – Standort, Fertigstellungsjahr und Gebäudefläche – berechnet CarbonBudget, ob die Emissionen eines Projekts in Europa mit dem 1,5‑Grad‑Ziel vereinbar sind. Für bereits vorliegende LCA-Werte visualisiert das Tool, ob die Emissionen innerhalb oder außerhalb des vorgesehenen CO2-Rahmens liegen. 

Wissenschaftliche Herangehensweise

CarbonBudget wurde aus der eigenen Architekturpraxis von HENN heraus entwickelt und stützt sich auf anerkannte wissenschaftliche Reduktionspfade. Es integriert Daten aus der Science Based Targets Initiative (SBTi) sowie dem Carbon Risk Real Estate Monitor (CRREM) und berücksichtigt die fortlaufende Dekarbonisierung europäischer Stromnetze. So entstehen Ergebnisse, die vergleichbar, belastbar und konsistent mit den europäischen Klimazielen sind.

Frühzeitige und fundierte Entscheidungen

CarbonBudget zeigt, wie unterschiedliche Entwurfsentscheidungen unter Berücksichtigung des 1,5°C‑Pfads abschneiden. Das ermöglicht Architekt*innen und Ingenieur*innen, aber auch Beteiligte in Projektentwicklung und Forschung sowie politischen Entscheidungsträger*innen, die Klimaauswirkungen ihrer Projekte frühzeitig zu verstehen und fundierte Entscheidungen zu treffen.

Ein Beitrag zur nachhaltigen Weiterentwicklung des Bausektors

HENN stellt CarbonBudget kostenfrei für eine professionelle und kommerzielle Nutzung zur Verfügung – und möchte so zu einem transparenten, verantwortungsvollen und klimabewussten CO2-Management in der Architektur und im gesamten Bausektor beitragen.