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Max-Planck-Institut

Das Institut für biophysikalische Chemie liegt in landschaftlich reizvoller Hanglage im Göttinger Stadtteil Nikolausberg. Die Max-Planck-Gesellschaft initiierte den Bau für die Forschungsgruppe um Manfred Eigen (*1927), der ab 1957 dem Institut als Direktor vorstand und 1967 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet wurde. 1966 wurde ein beschränkter Ideenwettbewerb ausgeschrieben, den Walter Henn für sich entscheiden konnte. Eigen selbst hatte für die Realisierung von Henns Entwurf plädiert, da ihn die Behandlung der Baumassen, die funktionale Ordnung und die sachliche Form überzeugten.

Der zwischen 1968 und 1972 realisierte Institutskomplex entspricht im Wesentlichen dem Wettbewerbsentwurf. Das Forschungszentrum verläuft entlang der Höhenlinien des Baugeländes. Sein umfangreiches Raumprogramm untergliedert sich in einen Labor- und Werkstattbereich, sowie einem separaten Teilkomplex mit allgemeinen Institutseinrichtungen wie Bibliothek, Hörsaal, Seminarräumen, Mensa, Verwaltung und Gästeunterkünften. Den Schwerpunkt des Forschungskomplexes bildet der Labor- und Werkstattbereich. Die Werkstätten sind in einem terrassenförmig ausgebildeten Sockelgebäude untergebracht, über dem sich fünf turmartige Gebäudeteile erheben. In jedem dieser Aufbauten ist eine Abteilung untergebracht, deren Labore nach den Wünschen der Wissenschaftler gestaltet werden können und durch vertikale Erschließungssysteme unmittelbar mit den Werkstätten verbunden sind. Als statisch-konstruktive Lösung wurde ein Stahlbeton-Skelett entwickelt, das in Ortbeton ausgeführt wurde. Die Fassaden sind von Fensterbändern in Leichtmetallprofilen und durchgehenden, mit vorgehängten Betonfertigteilen verkleideten Balkonen bestimmt.

Max-Planck-Gesellschaft
Abgeschlossen
1. Preis
1972