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Fraunhofer-Haus

Innovation in der anwendungsorientierten Forschung ist das Grundprinzip der Fraunhofer Gesellschaft mit Sitz in München. Der 17-geschossige Neubau demonstriert Transparenz und Kommunikation in Funktion und Form durch Glas und lichte, natürlich belüftete Büroräume, die direkten visuellen horizontalen und vertikalen Bezug zueinander ermöglichen. Transparent gestaltete Lufträume dienen als Verdichtung von Ort und Raum, als Treffpunkte für Kommunikation und Ausgleich. Aufgrund der Schallbelastung durch den Verkehr der Umgebung war der geforderte Lärmschutz im Fraunhofer-Haus nur mit einer Doppelfassade zu leisten.

Die Primärfassaden sind als Pfosten-Riegel-Konstruktion, die Sekundärfassaden als elementierte Vorhandwand ausgeführt. Zum oberen und unteren Geschoss hin ist der Zwischenraum abgeschlossen, so dass es rund um jedes Stockwerk einen eigenen Luftgürtel gibt. Über eine aktive Betonkernaktivierung werden die inneren Lasten des Gebäudes egalisiert. In der Nacht sorgt die Betonkernaktivierung der Decken für Auskühlung, dafür wurde ein Rückkühlwerk auf dem Dach installiert. Der Wärmeträger ist Wasser. Über Lüfter und Kühllamellen entzieht die kalte Nachtluft dem Wasser die Wärme. Ein Sprinklertank wird als Puffer-Kältespeicher genutzt: Somit können die Decken bis in den Tag hinein ausschließlich mit natürlicher Umgebungskälte gekühlt werden. Das Fraunhofer-Haus bietet ohne aktive Klimatisierung hohen thermischen Komfort.

Sailer Stepan und Partner, Kuehn Bauer Partner, Müller BBM, Toni und Gottfried Hansjakob Landschaftsarchitekten, G & G Planung, Roderick Beck Ingenieurbüro, Zilch-Müller-Hennecke, Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP, Kersken + Kirchner
Munich, DE
Fraunhofer-Gesellschaft
30 280 m²
Abgeschlossen
1. Preis
2003