Innovation in der anwendungsorientierten Forschung ist das Grundprinzip der Fraunhofer Gesellschaft mit Sitz in München. Der 17-geschossige Neubau demonstriert Transparenz und Kommunikation in Funktion und Form durch Glas und lichte, natürlich belüftete Büroräume, die direkten visuellen horizontalen und vertikalen Bezug zueinander ermöglichen. Transparent gestaltete Lufträume dienen als Verdichtung von Ort und Raum, als Treffpunkte für Kommunikation und Ausgleich. Aufgrund der Schallbelastung durch den Verkehr der Umgebung war der geforderte Lärmschutz im Fraunhofer-Haus nur mit einer Doppelfassade zu leisten. Die Primärfassaden sind als Pfosten-Riegel-Konstruktion, die Sekundärfassaden als elementierte Vorhandwand ausgeführt. Zum oberen und unteren Geschoss hin ist der Zwischenraum abgeschlossen, so dass es rund um jedes Stockwerk einen eigenen Luftgürtel gibt. Über eine aktive Betonkernaktivierung werden die inneren Lasten des Gebäudes egalisiert. In der Nacht sorgt die Betonkernaktivierung der Decken für Auskühlung, dafür wurde ein Rückkühlwerk auf dem Dach installiert. Der Wärmeträger ist Wasser. Über Lüfter und Kühllamellen entzieht die kalte Nachtluft dem Wasser die Wärme. Ein Sprinklertank wird als Puffer-Kältespeicher genutzt: Somit können die Decken bis in den Tag hinein ausschließlich mit natürlicher Umgebungskälte gekühlt werden. Das Fraunhofer-Haus bietet ohne aktive Klimatisierung hohen thermischen Komfort.





Dualität und Dialektik: Der Entwurf für den Twins Plaza im ostchinesischen Suzhou greift das Prinzip der Dualität als grundlegendes Gestaltungskonzept auf. Zwei Achsen, zwei Türme, zwei Plätze und ebenso viele Höfe definieren den geplanten Gebäudekomplex. Die einzelnen Baukörper und ihre Nutzungen sind nach dem Prinzip der Dialektik in Relation zueinander gesetzt: hoch und niedrig, geschlossen und offen, privat und öffentlich wechseln sich ab. Städtebauliches Ziel war unter anderem, an der wichtigen Kreuzung Long Shan Road und Tai Hu Road ein Ordnungsmuster zu schaffen, das als Orientierungspfeiler für die weitere Entwicklung des Business Park dient. Auf dem etwa 29.000 Quadratmeter großen Grundstück sollen zwei Baukörper mit U-förmigem Grundriss errichtet werden. Die Stirnseiten der Gebäude werden von zwei schlanken Hochhäusern abgeschlossen, die sich versetzt einander zuwenden, sodass eine komplexe Struktur aus definierten Außen- und Innenräumen entsteht. In den zwei- und dreigeschossigen Sockelgebäuden finden flexibel nutzbare Mietflächen für Restaurants, Geschäfte und Banken Platz; die unterschiedlich hohen Türme sind im Erdgeschoss über großzügige Foyers erschlossen und in einigen Obergeschossen über eine Himmelsbrücke miteinander verbunden.




Das Operation Center Frankfurt führt bislang verteilte Funktionen der Bodenverkehrsdienste und des Flug- und Terminalbetriebs in einem Dienstgebäude zusammen. Durch seine Lage und die sicherheitstechnisch unterschiedlich zugeordneten Bereiche Airside und Landside markiert das Gebäude die Grenze zwischen Vorfeld und Betriebsseite. Für die sicherheitsbedingte, strikte Trennung der beiden Bereiche und Funktionen sind zwei doppelte Erschließungskerne nötig: Innen liegende Treppen und Aufzüge führen zu den Ebenen 4 – 9. Für die Stockwerke darunter sind außen liegende Erschließungskerne bestimmt, die in die dem Vorfeld zugeordneten Bereiche und zu den 900 Umkleiden im Untergeschoss führen. Die Büros der Ebenen 4 – 9 sind als Gruppenräume und als unterschiedlich bespielbare Kombizonen nutzbar. Neben ruhigen Arbeitsplätzen für die Konzentration sind auch gemeinschaftliche Kommunikationsbereiche vorgesehen. Transparente Materialien stärken den Sichtkontakt und die visuelle Kommunikation zwischen den Mitarbeitern.



In Kooperation mit CCDI Peking Tradition und Zukunft: Der Entwurf für das Research & Development Centre der China Life Insurance am grünen Stadtrand Pekings greift Parameter der chinesischen Bautradition auf und setzt sie in eine zukunftsweisende Planung mit hohen technologischen Ansprüchen um. Der Gebäudekomplex für das größte chinesische Versicherungsunternehmen besteht aus einem zentralen Hauptgebäude, einem Forschungs- und Laborgebäude sowie dem Schulungszentrum mit angeschlossenem Boardinghouse. Analog zur Form eines chinesischen Stempels ist der zentrale Baukörper auf quadratischem Grundriss geplant und symbolisiert die Stärke der China Life Insurance. In seiner Mitte öffnet sich ein ruhiger Garten, der als Ort der Kommunikation und Kontemplation dient und zum Zentrum des gesamten Ensembles wird. Kleinteilige Innenhöfe greifen die Tradition der klassischen chinesischen Wohnbebauung auf und öffnen das Zentralgebäude über alle Geschosse in den Eckbereichen. Vertikale Glaslamellen in den beiden auskragenden Obergeschossen verleihen dem Unternehmenssitz einen dynamischen Charakter. Die jadefarbenen Lamellen aus Sonnenschutzglas können dem Verlauf der Sonne folgen, ohne den Ausblick auf die Umgebung oder in die Innenhöfe zu behindern. Im Foyer des Hauptgebäudes sind auf beiden Seiten des Empfangs Aufzugsgruppen aus rot leuchtenden Glasflächen angeordnet. Das gesamte, ringsum von Wasserflächen umgebene Areal ist nach Ressourcen schonenden und nachhaltigen Parametern geplant.









Zentrum am Stadtrand: Taikang Life gehört als privatwirtschaftliches Unternehmen zu den größten Versicherungsgesellschaften Chinas. Im Norden Pekings wird das Unternehmen ein neues Forschungs- und Rechenzentrum errichten, das in einer späteren Bauphase um die Konzernzentrale erweitert werden soll. Der Komplex bildet dann den nördlichen Abschluss des Forschungs- und Entwicklungsparks Zhongguancun. Das viergeschossige Ensemble umfasst mehr als 70.000 qm Geschossfläche und sieht eine lineare Anordnung der einzelnen Gebäude vor. Auf diese Weise wird eine Folge von fünf Höfen mit chinesischen Gärten ausgebildet, die die Geschichte des Unternehmens darstellen und seine Werte zum Ausdruck bringen. Der mittlere Hof bildet den zentralen Eingangsbereich. Am nördlichen Stadtrand der Hauptstadt spielt die Nahversorgung mit Läden, Kantine und Sportanlagen eine große Rolle im Nutzungsprogramm. Dank der kompakten Bauform lassen sich großzügige Außenanlagen verwirklichen: Im Süden der Konzernzentrale entsteht eine weitläufige Parkanlage mit repräsentativer Auffahrtsallee, die von einem Konzernmuseum flankiert wird. Zwei freistehende, kubische Gebäude mit öffentlichen Nutzungen bilden den westlichen Abschluss des Ensembles.






Die Hauptverwaltung des bis dato in Hanoi ansässigen staatlichen Energiekonzerns basiert auf dem von I-AT, einem vietnamesischen Architekturbüro, gewonnenen Wettbewerb für eine neue Firmenzentrale. Henn Architekten wurden von dem befreundeten Büro eingeladen den Entwurf gestalterisch und funktional zu überarbeiten. Hierfür wurde der originale, rautenförmige Grundriss zu einer vertikalen, kristallinen Struktur entwickelt. Der Grundriss des 22-stöckigen Hochhauses ist in den Geschossen 1–5 seitlich durch zwei dreieckige Aufweitungen vergrößert und nimmt hier alle öffentlichen Nutzungen auf: die Lobby, einen Ausstellungsbereich, eine Cafeteria, ein Auditorium, eine Bibliothek sowie einen Konferenzraum. Die Büroflächen erstrecken sich auf einer Grundfläche von je 850 qm bis zum 17. Stockwerk. Die Geschäftsführung ist auf den zwei Etagen darüber angeordnet, außerdem der Hoh Chi Minh Gedenkraum, ein Restaurant und eine Skylobby mit Zugang zum Dachgarten im 23. Geschoss. Das Headquarter wird eine neue Landmarke inmitten des Weltkulturerbes Halong Bay sein. Angesichts der internationalen Bedeutung als Naturschutzgebiet und in der Folge auch als touristisches Highlight muss die neue Firmenzentrale ein positives Bild des Engagements in der Region – dem Kohleabbau durch Vinacomin – zeichnen. Der Gestaltung der Fassade kommt damit eine besondere Bedeutung zu: Der Vorhang aus Glas und grünen Granitlisenen, der das Gebäude umhüllt, lässt das Hochhaus in der Schrägansicht als ungeschliffenen Körper erscheinen; frontal besehen und aus der Nähe dagegen scheint sein kristallines Inneres auf und steht als Sinnbild für Vinacomins erweitertes Bewusstsein für nachhaltiges Handeln und fortschrittliche technologische Entwicklungen im Bereich ressourcenschonender Energieförderung. Die neue Firmenzentrale markiert damit den Aufbruch in ein neues Zeitalter der Förderung fossiler Brennstoffe: Verantwortung durch Veredelung.


Für das Bauwerk selbst standen verschiedene Forderungen fast gleichwertig nebeneinander: flexible Nutzung der Laborräume, d.h. jederzeitige Anpassung an neue Aufgaben, Verbesserung der Kommunikation und ein schneller Informationsfluß. Die umfangreichen Voruntersuchungen führten zu einem fünfgeschossigen Baukörper, der über einen auf die ganze Länge des Bauwerkes durchgehenden asymmetrisch liegenden Kern erschlossen wird. Auf der einen Seite des Kerns liegen die konventionellen Einzellaboratorien, auf der anderen das große Experimentierfeld. Zwischen Kern und Experimentierfeld sind noch Sonderräume vorgesehen, für die besondere Arbeitsbedingungen erforderlich sind. An der Fensterseite werden Arbeitsplätze für die Versuchsauswertung eingerichtet, neben dem Experimentierfeld ist eine besondere »Kontaktzone« ausgewiesen, in ihr haben die Wissenschaftler einen zweiten Arbeitsplatz. Durch diese Zuordnung der verschiedenen Arbeitsbereiche soll die Kommunikation untereinander gefördert werden.




Erklärtes Ziel der Commercial Bank of Ethiopia ist es, ihre Position auf dem internationalen Markt bis 2025 als eine der führenden Banken auszubauen. Der prämierte Wettbewerbsbeitrag ist damit einer der Eckpfeiler der Unternehmensstrategie und markiert als höchstes Bauwerk des Landes auch architektonisch einen Meilenstein. Grundlage des Entwurfs ist die Metapher einer Schatzkammer, deren Werte geschützt werden sollen. Das Spannungsverhältnis von Zurschaustellung und Sicherheit wird auf städtebaulicher Ebene wie auch in der Fassadendetailierung transformiert: Anstelle einer geschlossenen Sockelausbildung öffnet sich das um eine abgesenkte Plaza gruppierte Ensemble von Hauptverwaltung, Konferenz- und Einkaufszentrum zur Stadt. Die Fassadengestaltung lässt die Bankzentrale je nach Blickwinkel als massiven Baukörper erscheinen oder gewährt Einblick ins Innere. Der Entwurf bringt damit einen der wichtigsten Grundwerte des Bankwesens zum Ausdruck: Vertrauen durch Transparenz und Solidität.



