Das Audi Werksgelände, das bisher vorwiegend aus Werkshallen für die Autoproduktion bestand, gewinnt mit dem Audi Forum ein neues Zentrum und damit einen öffentlichen Raum. War das über Jahre hinweg sich ständig vergrößernde Werksgelände von der Öffentlichkeit nahezu isoliert, so wird mit der städtebaulichen Neuordnung des Komplexes eine konsequent räumliche Umsetzung der Öffnung des Unternehmens nach außen erreicht. Das lebendige Forum vermittelt mit seiner lichten Architektur und dem großzügigen Platzraum ein Stück Urbanität. In enger Kommunikation und Zusammenarbeit mit dem Bauherrn wurde eine Architektursprache entwickelt, die durch ihre Transparenz die inneren Abläufe sichtbar macht und sich der Öffentlichkeit zuwendet. Die Markenidentität wird in der Gebäudesprache sichtbar und nach außen transportiert. Das Museum Mobile ist die räumliche und inhaltliche Drehscheibe des Bauensembles auf dem Audi Forum; städtebaulich formuliert es den Eingang zum Werksgelände, inhaltlich setzt es Begriffe wie Transparenz und Mobilität um.




Das Automobilmuseum wird als erstes Gebäude gemeinsam mit dem im Süden anschließenden Themenpark (internationale Marken-Pavillons) der Beijing International Automotive Expo realisiert werden. Das aus dem gewonnenen Wettbewerb 2004 entstandene Projekt wurde gegenüber seiner ursprünglichen Planung überarbeitet. In Hinblick auf Größe, Wegeführung, Inszenierung und Vermarktungspotentialen wurden optimierte Anforderungen formuliert und in der weiteren Planung umgesetzt. Das Erdgeschoss gliedert sich in zwei Gebäudeteile, die über eine offene Passage miteinander verbunden sind. Den südlichen und größeren Abschnitt dominiert eine großzügige Eingangshalle, die durch einen elliptischen, sich nach oben weitenden Luftraum mit den darüber liegenden Ausstellungsflächen verbunden ist. Das unmittelbar anschließende Konferenzzentrum bietet in verschiedenen Raumgrößen Platz für 650 Teilnehmer. Im nördlichen Abschnitt ist ein 4-D Kino geplant. Das 1. Obergeschoss ist öffentlich zugängig und nimmt neben Ticketing und Verkaufsflächen ein Restaurant auf, das in zwei verschiedenen Preiskategorien betrieben werden kann. Die Museumsverwaltung mit 120 Mitarbeitern wurde über zwei Geschosse in den Museumsbau integriert und hat unmittelbaren Kontakt zu den Ausstellungsflächen. Die themenorientierten Ausstellungsflächen schließen im 2. Obergeschoss an und münden im 4. Obergeschoss in einen überhöhten und frei überspannten Raum. Das Museum wird Ende 2009 fertig gestellt und seiner Bestimmung übergeben









Die Autostadt Wolfsburg bildet, in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem größten Automobilwerk der Welt, einen eigenen Stadtteil mit Großbauten und Pavillons, mit Wasserstraßen und Brücken, Seen und Landzungen, Hügeln und Grünflächen. Die Öffnung des Konzerns zum Kunden vermittelt sich durch die hohe Transparenz in der Architektur. Mit der Realisierung dieser automobilen Erlebniswelt schuf die Volkswagen AG eine neue Service- und Kommunikationsplattform. Das Wahrzeichen der Autostadt sind die 48 Meter hohen AutoTürme, in denen die Fahrzeuge zur Auslieferung an den Kunden bereitstehen. Als Schnittstelle zum Werk ergänzen sie das Ensemble der Pavillons für die Marken Audi, Seat, Skoda, Bentley, Lamborghini, Volkswagen und Volkswagen Nutzfahrzeuge sowie das KundenCenter und das KonzernForum, das AutoMuseum und das Hotel The Ritz-Carlton.











In Molsheim wird die Renaissance einer Legende gelebt, Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen, um zu erreichen, was Bugatti schon einmal war: Die Spitze der Automobilbaukunst. Das Gelände des Firmensitzes liegt südlich von Molsheim in einem Landschaftspark mit dem Château St. Jean (1857) im Mittelpunkt. Das Schloss wird von zwei Remisen (1788, 1853) flankiert. Das denkmalgeschützte Ensemble wird komplettiert mit einem Eingangstor, einer Orangerie und der Concierge. Das Ensemble wurde in Absprache mit der Denkmalbehörde und unter Wiederverwendung von Originalbauteilen umfassend restauriert. Das Château, vollkommen entkernt und umgebaut, ist der exklusive Empfangsraum für den Kunden des Neuwagens. Die flankierenden Remisen komplettieren das Angebot für den Kunden. Sie dienen der Fahrzeugübergabe, als Restaurierungswerkstätten und als Gästeappartements.






Mit der Gläsernen Manufaktur realisierte Volkswagen als erster Hersteller ein Produktionskonzept, das Prozesse der klassischen industriellen Automobilproduktion und manufakturartiges Arbeiten miteinander verknüpft: Hier werden Oberklassenlimousinen in Handarbeit montiert. Die Gläserne Manufaktur ist ein Ort der Transparenz und des Austauschs und macht das Erlebnis der Automobilproduktion nach außen sichtbar. In der Gläsernen Manufaktur werden Themen rund um das Automobil präsentiert, die Veranstaltungen reichen von Kunstausstellungen über Konzerte bis hin zu Fernseh-Talkshows. Die klar abgegrenzten, übersichtlichen Räume sind mit wenigen Materialien gestaltet. Das Raumangebot und die Architektur ermöglichen eine neue Qualität der Kundenbetreuung.









Textile Metaphorik: Die Fassade des 70.000 m² großen Shopping Centers im Nordwesten der Essener Innenstadt greift die Idee eines Kleides auf. Wie ein Stoffsaum schiebt sich die silbrig glänzende Haut aus weißbeschichteten Aluminiumpaneelen über die Glasfronten des Neubaus. Der Leitidee eines Abendkleides folgend, sind runde Spiegel aus teilbedampftem Aluminium in die Außenhaut eingelassen. Tagsüber erhalten diese ornamentalen Muster durch Lichtreflexionen und Bewegungen ihre eigene Dynamik. Nachts schillern sie wie Pailletten, die auf den Kleiderstoff genäht sind, denn rückseitig auf die Spiegel angebrachte LEDs in Farbmischungen sorgen gemeinsam mit einem Lichtsteuerungssystem für gezielte Effekte. Der Vorhang aus Aluminiumelementen legt sich über die transparente Basis und verleiht dem Gebäude Leichtigkeit. Zu den beiden Eingängen an Limbecker und Berliner Platz verdichten sich die Pailletten und die Aluminiumfassade verlässt ihre horizontale Spur. Variation und Strukturierung sind entscheidend für den hohen Abstraktionsgrad der Fassade, die in Material und Gliederung bewusst reduziert wurde. Die gläserne Sockelkonstruktion des Gebäudes gibt einen klaren Rhythmus für Schaufenster und Schaukästen vor.




Im saudischen Mina in der Nähe von Mekka liegt das islamische Heiligtum und Pilgerziel Jamarat. Dies sind im Nukleus drei historische Säulen, die jeder gläubige Moslem mindestens einmal im Leben nach einem bestimmten Ritus mit insgesamt 49 Steinen bewerfen und damit einen Teil seiner vom Koran festgelegten Pflichten erfüllen muss. Das Problem und die damit verbundene Bauaufgabe bestehen darin, dass nur drei Tage im Jahr innerhalb des Hradsches die Pilger zugelassen werden und deswegen mehrere Millionen Menschen in diesen Tagen durchströmen. New Jamarat Projekt Mina ist ein Beispiel für »Form follows flow«. Der Entwurf besteht aus einer mehrgeschossigen Struktur aus Beton und Stein als gebautem Prozessionsweg für eine gläubige Menge mit langsamem, konzentrierten Schritt. Die Bewegungsabläufe korrespondieren mit der Topographie des Tales. Die mehrgeschossigen Rampen machen kosmisches, kultisches Wissen eines Kollektivs räumlich erlebbar. Eigentlich kann man von einem Nichtgebäude sprechen. Auch wenn es kein Haus im klassischen Sinn ist, muss es sorgfältig konstruiert werden, da es große Spannweiten und wegen eines möglichen Hitzestaus auch Geschosshöhen von acht Metern besitzt. Einen Schwerpunkt dieses Entwurfes bilden klimatische Aspekte. Deswegen soll ein Stahlbetonbau mit hoher Speichermasse entstehen.









Zentrale Information und Orientierungsmöglichkeiten: Von der Stiftung Pinakothek der Moderne in München beauftragt, berücksichtigt die umfassende Masterplanstudie die derzeitigen Probleme der vereinzelten Staatlichen Museen und Sammlungen in der Maxvorstadt. Ziel ist die städteplanerische Bündelung der Institutionen zu einem übersichtlichen Münchner Kunstareal, mit erheblich mehr Ausstellungsfläche als bislang. Die Studie geht von der Analyse der derzeitigen Defizite aus, wobei die Bedürfnisse aller Sammlungen der Pinakothek der Moderne, der Alten Pinakothek und der Neuen Pinakothek im Detail berücksichtigt wurden. Knappe Ausstellungs- und deutlich zu wenig Depotflächen sowie die fehlende Orientierungsmöglichkeit für Besucher der einzelnen Museen und Sammlungen waren wichtige Aspekte des Lösungsansatzes. Der Masterplan schlägt einen autofreien Platz zwischen Pinakothek der Moderne und der Alten Pinakothek vor. Der neue Platz sieht einen Pavillon für zentrale Funktionen wie Information, Ticketverkauf, Museumsshop, Wechselausstellungen und Gastronomie vor, der von Besuchern des gesamten Münchner Kunstareals genutzt werden kann. Durch die Verlagerung von Depotflächen in das Untergeschoss des neuen Gebäudes können wertvolle Ausstellungsflächen im Erdgeschoss der Museen gewonnen werden. Die drei Pinakotheken gruppieren sich um den zentralen Funktionsbau und sollen zukünftig als zusammenhängendes Kunstareal und Insel wahrgenommen werden.





