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Fabrik für Nachrichtentechnik

Aufgrund des enormen Bedarfs an neuen Sicherungsanlagen prosperierte die Nachrichtentechnische Fabrik der Siemens & Halske AG zum Beginn der 1950er Jahre, sodass 1955 der Neubau einer Werkhalle und eines Lagers notwendig wurde.

Die eingeschossige, dreischiffige Werkhalle mit querlaufenden Sheds wurde als Stahlbeton-Schalenkonstruktion realisiert und ermöglichte eine durchgehende Produktionsfläche, erfüllt von blendungsfreiem Nordlicht. Durch die gleichmäßige Beleuchtung des Raumes, konnten die Außenwände des 112 Meter langen und 48 Meter breiten Baus weitgehend geschlossen sein. Die Fassaden erhielten eine zurückhaltende Gliederung durch funktionale Details wie den Überlauföffnungen der Shedrinnen, den in den Giebeln angeordneten Abluftöffnungen und Sichtfenstern, die als „psychologisches Seitenfenster“ den Blick ins Freie gestatten. Die gemauerte Außenwandfläche, einschließlich Konstruktion, wurde mit gelben Spaltklinker-Riemchen verblendet. Im Inneren blieb sie als Skelett in Sichtbeton stehen, die Ausmauerungen wurden verputzt.

Die Shedhalle nimmt im Œuvre von Walter Henn einen besonderen Stellenwert ein, da sie sein erster Nachkriegsbau ist, der ohne baupolitische Einschränkungen entstehen konnte. Henn baute von nun an modern und begründete eine Ästhetik des Funktionalen, die, orientiert an der Internationalen Architekturmoderne einen Dreiklang aus Funktion, Konstruktion und Form ergab.

Fotos 1-9: Heinrich Heidersberger

Siemens & Halske
7 000 m²
Abgeschlossen
1957