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Maschinenbau-Institute

Auch wenn sich die inhaltliche Arbeit in einem Institut für Kolbenmaschinen von der eines Instituts für Strömungsmaschinen unterscheidet, wurde aus wirtschaftlichen Gründen und aufgrund der begrenzten Zahl geeigneter Bauplätze der Bau eines Doppelinstituts angeregt. Walter Henn entwickelte einen aus drei Solitärbauten bestehenden Komplex, der 1965 fertiggestellt wurde. Obwohl das dreigeschossige Lehr- und Forschungsgebäude mit den gemeinsam genutzten Räumen  – Zeichensäle, Seminarräume, Bibliothek und Büros – das kleinste Bauvolumen aufweist, bildet es den Mittelpunkt der Anlage. Es ist über verglaste Übergänge mit den Versuchshallen verbunden.

Der rückwärtig gelegene Baukörper über quadratischem Grundriss ist den Strömungsmaschinen, der seitlich angrenzende Trakt den Kolbenmaschinen vorbehalten. Beide Forschungsinstitute sind durch einen gemeinsamen Haupteingang erschlossen. Entscheidend für den Entwurf und die konstruktive Durcharbeitung beider Versuchshallen waren die verschiedenen möglichen Versuchsanordnungen der Institute. Bei dem Verbrennungsmotoren untersuchenden Institut für Kolbenmaschinen fanden besonders Ansprüche an Schalldämmung sowie Be- und Entlüftung Berücksichtigung, die als beständige Anlagen in das Gebäude integriert wurden. Die Versuche im Institut für Strömungsmaschinen fordern dagegen ein Höchstmaß an flexibler Nutzung im Grundriss wie in der Höhenentwicklung. Um die jeweiligen Versuchsreihen optimal und im gesamten Haus durchführen zu können, wobei die Versuchseinrichtungen nicht selten grundlegend umgebaut werden müssen, wurde größtenteils auf feste Einbauten verzichtet und eine umfangreiche elektrische Grundausstattung ermöglicht. Konstruktiv sind alle Bauten Stahlbetonskelette mit Ausfachungen aus Mauerwerk; die Verbindungsgänge sind als reine Stahlkonstruktionen ausgeführt. Das Sichtmauerwerk der Versuchshallen besteht aus manganbraunen Verblendklinkern, das Bürogebäude ist mit einer hinterlüfteten hellen Waschbetonfassade versehen.

 

TH Braunschweig
Abgeschlossen
1965